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Das stille Handelsabkommen – Eine bilateral abgenickte Beziehungsepisode

Aus der Reihe: Alltag des Meisters – Übungsszenen für gewöhnliche Erleuchtung

Ort:
Küche, leicht unaufgeräumt, aber charmant.
Zeit:
Irgendwann zwischen gemeinsamer Inspiration und aufkommender Gereiztheit.
Beteiligte:
– Sie, Hüterin der Fülle, Meisterin der kreativen Umschichtung.
– Er, Leichtgewicht mit innerem Ethikrat, momentan zuständig für diplomatische Selbstachtung.


Sie (energisch, während sie das Gemüse kunstvoll zerteilt):
„Ich koche uns was Schönes. Magst du vorher noch schnell den Karton mit den Tanzmatten in den Keller bringen? Und die Kissen ins Auto laden? Und vielleicht noch die E-Mail an Gisela schreiben, die ich angefangen hab’?“

Er (freundlich lächelnd, innerlich ein Rädchen drehend):
„Aha, ich verstehe… Das Essen ist also dein Beitrag für mich – und meine drei Aufgaben mein Beitrag für dich. Klingt nach einer beziehungswirtschaftlichen Win-Win-Situation mit unsichtbarem Preisetikett.“

Sie (leicht genervt, aber charmant):
„Ach komm, du übertreibst wieder.
Ich dachte, du freust dich, wenn wir heute zusammen essen …“

Er (spürend, tastend, innerlich den Bauch abhorchend):
„Ich freu mich auch. Aber weißt du, manchmal fühlt sich so ein Deal für mich ein bisschen … wie ein Messer im Bauch an. Ganz sanft zwar. Aber trotzdem: ein Schnitt.“

Sie (verwirrt, nicht erschrocken):
„Ein… was?“

Er (schulterzuckend, mit liebevollem Humor):
„Schon gut. Ich habe heute beschlossen, dass ich mich nicht aufrege. Ich beobachte einfach. Und dann entscheidet mein innerer Ethikrat, ob wir das so ins nächste gemeinsame Protokoll übernehmen.“

(Kurze Pause. Das Gemüse zischt in der Pfanne.
Die Spannung löst sich in einem leisen Lächeln beiderseits.)

Sie (murmelt):
„Wenn du mir beim Schreiben hilfst, bring ich dafür den Müll runter.“

Er (theatralisch, mit einem Handkuss an das Unsichtbare):
„Ein faires Handelsabkommen. Ratifiziert.
Ich danke Ihnen im Namen der zwischenmenschlichen Diplomatie.“


Nachklang des Meisters:

Manchmal besteht Erleuchtung darin, die feinen Messerchen des Alltags zu erkennen, ohne gleich den Notarzt zu rufen. Ein stiller Schnitt kann auch eine Einladung sein – zur inneren Klarheit, zur freundlichen Grenzziehung, zur humorvollen Selbstachtung.

Und wenn man’s gut macht, gibt’s am Ende sogar Abendessen.