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Der Griff

Eine Szene aus dem Alltag des Meisters

Der Meister stand am Fenster.
Nichts Besonderes.

Ein Baum.
Ein leichter Wind.
Ein Geräusch von irgendwo,
das sich nicht entscheiden wollte,
ob es wichtig ist.

Er tat nichts.

Und genau deshalb war etwas da.

Nicht groß.
Nicht spektakulär.
Eher wie ein leises Einrasten,
bei dem niemand sagen konnte, was eigentlich eingerastet ist.

Er blieb.

Ein Atemzug länger, als nötig gewesen wäre.

Dann kam der Gedanke.

Nicht laut.
Nicht grob.

Eher geschniegelt.

„Das ist es.“

Der Meister lächelte kaum merklich.

Der Gedanke trat näher.
Rückte sich zurecht.

„Wenn ich das festhalte …
kann ich vielleicht …“

Er machte eine kleine Bewegung mit der Hand.
Fast unauffällig.

Als würde er etwas greifen,
das gar nicht da war.

Und genau in diesem Moment
veränderte sich die Luft.

Nicht dramatisch.

Aber das Leise, das eben noch da gewesen war,
trat einen Schritt zurück.

Der Baum war wieder nur ein Baum.

Der Wind nur Bewegung.

Das Geräusch … war plötzlich doch unwichtig.

Der Meister sah auf seine Hand.

Sie war leer.

Er öffnete die Finger.

Langsam.

Nicht enttäuscht.
Nicht überrascht.

Eher … erkannt.

„Ah.“

Er ließ die Hand sinken.

Der Gedanke stand noch da.
Ein wenig betreten jetzt.

„Ich wollte es nur behalten“, sagte er.

Der Meister nickte.

„Ich weiß.“

Eine Pause.

Dann, ganz ruhig:

„Du kommst immer nach dem Klang.“

Der Gedanke sah ihn an.

Zum ersten Mal ohne Eile.

„Und was mache ich jetzt?“

Der Meister zuckte leicht mit den Schultern.

„Nichts.“

Der Gedanke wartete.

Der Meister auch.

Diesmal griff niemand.

Und für einen Moment,
der nicht festgehalten wurde,

war es wieder da.


Gedanke am Fensterrahmen:
Der Griff ist nicht das Problem.
Nur der Moment, in dem man ihm glaubt.