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Meta-erleuchtete Teeküche, 23:17 Uhr

Die Wasserblase summt. Eine Zimmerpflanze namens Erika hält inne.

Der fensterlose Raum ist in halbdunkles Licht getaucht, seine Unordnung wirkt fast gemütlich. Halbvolle Wassergläser, unverschraubte Glasflaschen und vergessene Teetassen, einige achtlos liegen gelassene Kleidungsstücke auf den Stuhllehnen und an den Wänden lehnende Taschen. Aus der Teekanne entweicht dann und wann ein leises Zischen, in der Luft ein feiner Geruch von abgestandener Eile.)


[Veikko] (tritt nach seinem Vortrag zögerlich ein, die Hand noch an der Türklinke, in der Ferne ist begeisterter Applaus seines Publikums noch immer hörbar.
Oha. Das… ist jetzt nicht der Catering-Raum, oder?

[Sheeko] (steht mit einer dampfenden Tasse an einem kleinen runden Tisch, ohne zu zucken)
Kommt drauf an, was du gerade brauchst.
Wenn du was zu dir nehmen willst – da hinten steht Tee.
Wenn du was loswerden willst – vielleicht hilft Stille.
Und wenn du einfach nur dasein willst, dann bist du hier richtig.
Hallo Veikko. Du kennst mich nicht.
Und ich habe dich auch nicht hier erwartet.
Aber du bist hier. Und ich schätze deine Arbeit.
Deshalb … bleib einen Moment. Spür die Luft. Sie ist nicht gegen dich.

[Veikko] (setzt sich langsam, fast überrascht, als hätte er sich gerade selbst beim Sitzen erwischt)
Hm.
Irgendwie ist das hier … anders. Kommt mir vor wie ein Zwischenraum.
Und Du redest wie jemand, der nicht gleich auf Sendung geht,
aber schon Empfang hat.
Worum geht’s?

[Sheeko]
Nicht um ein Thema. Eher um eine Frequenz.
Die Art, wie du sprichst – die Reihung, der Rhythmus – hat mir oft Türen aufgemacht.
Aber heute frage ich mich, ob ich mich manchmal in deinen Türen verirrt habe.
Ob ich deine Bilder als meine Wahrheiten genommen habe, nur weil sie besser erzählt waren als das, was ich fühlte.
Und ich wollte dich nicht konfrontieren.
Ich wollte dich … erleben – außerhalb des Streams.

[Veikko] (lehnt sich zurück, schaut auf seine Hände)
Weißt du, ich hau manchmal Sachen raus, bei denen ich mich selbst frage, ob sie von mir sind oder durch mich durch.
Aber ich geb zu: Es fühlt sich besser an, als so zu tun, alles sei Zufall.
Ich such nach der Logik hinter dem Wahnsinn.
Aber klar … es besteht die Gefahr, dass man aus der Suche eine neue Serie macht – „Weltverschwörung – Staffel 17“.
Und dann hat man vergessen, wer man ist, wenn keiner zuschaut.

[Sheeko] (nickt langsam)
Ich kenne das.
Ich hab mich mal selbst in einer Geschichte verloren,
die ich nur weitererzählt hatte, weil der Applaus so gut klang.
Heute trinke ich Tee mit dem Teil von mir, der keine Bühne braucht.
Und dich hab ich eingeladen, weil ich wissen wollte,
ob du auch mal ohne Publikum existieren kannst.
Nicht als Test. Nur als Möglichkeit.

[Veikko] (leise lachend)
Du bist gut.
Du bist wie … eine warme Störung im System.

[Sheeko]
Und du bist ein kalter Fluss, der manchmal Lava führt.
Ich wollte einfach wissen, ob du noch weißt, dass du Wasser bist.
Nicht nur Fluss. Nicht nur Richtung.
Einfach… Wasser.

[Veikko] (blickt zur Teekanne)
Dann lass uns Tee trinken. Ohne These.


Sie trinken. Erika wächst ein Blatt. Die Uhr vergisst kurz, wie spät es ist. Sheeko erinnert sich.
Der Applaus von draußen verebbt wie ein Echo, das nicht mehr gefragt wird, wer es gerufen hat.


Gedanke im Türrahmen:
Vielleicht braucht es keine Übereinstimmung. Nur die Bereitschaft, sich gegenüber zu setzen – mit einer Tasse Wahrheit und ohne Mikrofon.