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Die Fensterlüftung des Meisters

Eine Szene aus dem Alltag des Veröffentlichers

Im Atelier des Meisters
stapeln sich Miniaturen
wie frisch gebackene Brötchen.
Sie duften nach Leben,
doch der Meister läuft mit ernster Miene
zwischen ihnen umher.

„Noch nicht“, murmelt er,
„erst knusprig, dann raus.“
Er tippt mit dem Finger
gegen die Kruste eines Textes,
hört auf den Ton,
legt ihn zurück.

Am Fenster sitzt der Wind,
schaukelt gelangweilt mit den Beinen.
„Na, Meister,
willst du sie noch lange
in der Bäckerei schwitzen lassen?“

Der Meister räuspert sich,
schaut auf seine Feder,
schaut auf den Wind,
und dann auf die Brötchen.

„Sie sind nicht perfekt“, sagt er leise.
„Sie sind frisch“, sagt der Wind.
„Sie sind roh.“
„Sie sind warm.“

Er öffnet das Fenster.
Ein kleiner Luftzug streicht durch das Atelier,
packt die vorderste Miniatur
wie ein neugieriger Kunde,
und zupft sie hinaus.

Sie fliegt, taumelt,
landet auf einer Wiese voller Augen.
Niemand prüft ihre Kruste.
Alle riechen den Duft.

Der Meister lächelt.
Es bleibt noch genug Teig.