Gespräche ohne Untertitel
Feldhaltung bei offener Flamme
Das Feuer knisterte,
als wäre es selbst Gesprächspartner.
Ali, der Pakistani aus der Nähe von Dresden,
sprach mit Händen,
Augen und einem Rhythmus,
der mehr Musik als Sprache war.
Ich verstand kaum ein Wort –
und war dennoch ganz Ohr.
Etwas in seiner Stimme schwang,
als würde sie nicht Luft,
sondern Herz in Bewegung bringen.
Braune Augen, weich und wach zugleich,
wie eine Einladung, alles zu verstehen,
was keine Worte braucht.
Ich nickte, lächelte, lauschte.
Und während er redete, war da dieser Frieden,
der nichts erklärt.
Später, als das neue Jahr schon begonnen hatte
und die meisten Gäste verschwunden waren,
kam das Gespräch auf die Welt.
Sie wurde schwer in unseren Worten,
ein wenig grau von all den großen Sorgen.
Ich spürte,
wie in mir etwas den Griff fester zog.
Das Feld, sagte es leise.
Halte das Feld.
Niemand hatte mich darum gebeten.
Aber ich rückte die Gedanken ein wenig gerade,
wie man Glut zusammenschiebt,
damit sie noch wärmt.
Ich sprach vom Wohlwollen,
von der Güte im scheinbar Verdrehten,
von der Möglichkeit,
dass selbst Schatten ihre Anmut haben.
Und das Feuer knisterte wieder –
zustimmend, so klang es jedenfalls.
Ali lächelte,
und für einen Moment war alles wieder leicht.
Ein Gespräch ohne Untertitel.
Nur Klang.
Nur Herz.